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Methodik3 min Lesezeit

Warum es bei uns keinen Foto-Scan im Tracker gibt

Foto-zu-Kalorien-Scan ist bequem, aber zu ungenau für eine Tracking-App – das ist bei uns eine bewusste Produkt-Entscheidung.

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„Foto knipsen, Kalorien kriegen" klingt magisch. Ist es auch.

Fast jede neue Tracking-App wirbt 2026 damit: Du fotografierst dein Essen, eine KI sagt dir, was du gerade gegessen hast. Bequem, schnell, futuristisch – und in unserem Tracker nicht eingebaut. Mit Absicht.

Was ein Foto nicht sehen kann

Drei Beispiele aus dem ganz normalen Kochalltag, an denen jeder Foto-Scan zwangsläufig scheitert:

  • Das Öl. Ein Esslöffel Olivenöl hat 65 kcal, drei Esslöffel beim Anbraten entsprechend 195 kcal – die in keinem Foto auftauchen, weil das Öl im fertigen Gericht im Gemüse und in der Pfanne verschwindet.
  • Die Soße. Eine cremige helle Soße kann eine Cashew-Soße sein, in die 100 g Nüsse gewandert sind (rund 600 kcal), oder sie kann eine Blumenkohl-Soße sein (24 kcal pro 100 g). Auf dem Foto sehen beide gleich aus.
  • Die Menge. Die Portion auf deinem Teller wiegt ein Foto nicht – und eine Studie aus 2025 hat gezeigt, dass selbst die Portionsgewichte in den meisten Fällen daneben liegen. Jeder Nährwert in der Schätzung baut darauf auf.

Das sind keine Detailprobleme, die sich mit dem nächsten Modell-Release lösen – das sind Sachen, die auf einem Foto schlicht nicht drauf sind.

Wir haben nichts gegen KI. Nur gegen erfundene Zahlen.

Es gibt zwei sehr unterschiedliche Einsätze von KI im Tracking-Kontext, und wir mögen den einen, den anderen nicht.

KI für Texterkennung auf einem Etikett – Nährwerttabelle abfotografieren, Werte werden den richtigen Nährstoff-Codes zugeordnet, Schreibarbeit weg – ist sinnvoll. Hier gibt es eine echte Quelle (das Etikett), die KI macht nur die Übersetzungsarbeit. Genau dafür setzen wir KI ein.

KI für Werte-aus-dem-Nichts – Foto vom fertigen Gericht, Modell „erkennt" Kalorien – ist eine andere Geschichte. Hier gibt es keine Quelle; das Modell denkt sich plausibel klingende Zahlen aus. Wie schief das im Schnitt liegt, haben wir hier mit Studien-Zahlen aufgeschrieben.

Was du stattdessen bei uns hast

Wenn du isst, was du selbst gekocht hast, legst du das Rezept einmal an, und wir rechnen die Nährwerte aus der Zutatenliste hoch. Bei etwas Fertigem scannst du den Barcode. Und wenn du auswärts isst, suchst du das Gericht in unserer Rezept-Datenbank – oder importierst ein ähnliches Rezept und passt es an. So behältst du die Kontrolle über das, was du trackst, statt dass ein Modell dir eine Zahl in den Tag schreibt, die niemand mehr nachvollziehen kann.

Das ist nicht der bequemste Weg. Aber der einzige, bei dem du der Zahl, die du heute einträgst, auch morgen noch trauen kannst.